MinimalNAS
FAQ

Häufige Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um MinimalNAS – und was zu tun ist, wenn man nicht mehr auf die Weboberfläche kommt. Befehle lassen sich mit „Kopieren“ übernehmen und im Terminal des NAS einfügen.

Installation

Welche Hardware und welches System brauche ich?

MinimalNAS läuft auf Debian 13 „Trixie“ und auf Raspberry Pi OS, das auf Trixie basiert. Unterstützt werden die Architekturen amd64 (PC, Mini-PC, Server) sowie arm64 und armhf (Raspberry Pi). Das Gerät sollte mindestens 1 GB Arbeitsspeicher haben.

Der Installer prüft das vorab: Er installiert nur, wenn die MinimalNAS-Paketquelle Pakete für die vorhandene Debian-Version anbietet. Ältere Versionen wie Debian 12 lehnt er mit einem Hinweis ab. Am besten eignet sich ein frisch installiertes System ohne Desktop.

Wie installiere ich MinimalNAS?

Am frisch installierten Debian anmelden (direkt am Gerät oder per SSH) und diesen Befehl ausführen:

sudo apt install -y curl && curl -fsSL https://minimalnas.de/install.sh | sudo bash

Raspberry Pi OS bringt curl bereits mit, dort genügt:

curl -fsSL https://minimalnas.de/install.sh | sudo bash

Das Skript bindet die Paketquellen von MinimalNAS und Docker ein, installiert alle nötigen Pakete und zeigt am Ende die Adresse der Weboberfläche an. Eine bebilderte Anleitung ab dem leeren Rechner gibt es auf der Startseite.

Wird Docker automatisch mitinstalliert?

Ja. Der Installer bindet die offizielle Paketquelle von Docker ein, damit Docker aktuell bleibt, und installiert Docker samt Compose. Docker ist fester Bestandteil von MinimalNAS.

Kann ich MinimalNAS neben OpenMediaVault installieren?

Nein. Ist OpenMediaVault installiert, bricht der Installer mit einem Hinweis ab – auch das Paket selbst lässt sich nicht gleichzeitig mit OpenMediaVault installieren. MinimalNAS gehört auf ein frisches Debian.

Wie lege ich den Administrator an?

Beim ersten Aufruf der Weboberfläche erscheint die Einrichtungsseite. Dort Benutzernamen und Passwort (mindestens 8 Zeichen) festlegen – fertig. Eine Passwortabfrage im Terminal gibt es nicht.

Der Administrator ist zugleich ein normales Linux-Benutzerkonto: Das Passwort gilt auch für die SMB-Freigaben dieses Benutzers.

Weboberfläche und Anmeldung

Unter welcher Adresse erreiche ich die Weboberfläche?

Im Browser http:// und die IP-Adresse des NAS eingeben, z. B. http://192.168.1.50. Die Weboberfläche nutzt standardmäßig Port 80, eine Portangabe ist also nicht nötig. Der Installer zeigt die Adresse am Ende an.

Später findet man die Adresse in der Geräteliste des Routers oder direkt am NAS (die erste angezeigte Adresse ist in der Regel die richtige):

hostname -I

Wer unter Einstellungen → Weboberfläche HTTPS eingeschaltet hat, erreicht das NAS auch über https://. Mit dem selbst ausgestellten Zertifikat zeigt der Browser beim ersten Aufruf eine Warnung, die man bestätigen muss.

Die Weboberfläche ist nicht erreichbar – was kann ich prüfen?

Am NAS anmelden (Tastatur und Bildschirm oder per SSH) und der Reihe nach prüfen:

  1. Stimmt die Adresse? Mit hostname -I die aktuelle IP-Adresse anzeigen (siehe oben).
  2. Läuft der Dienst? Steht in der Ausgabe dieses Befehls „active (running)“, ist alles in Ordnung:
    systemctl status minimalnas
  3. Neu starten:
    sudo minimalnas restart
  4. Startet der Dienst nicht? Die letzten 50 Zeilen des Protokolls zeigen den Grund:
    sudo journalctl -u minimalnas -n 50
  5. Port oder HTTPS geändert, Netzwerk verstellt oder nach Fehlversuchen gesperrt? Siehe Port geändert, Netzwerk verstellt und gesperrt.
Ich habe das Administrator-Passwort vergessen. Was nun?

Am NAS anmelden (Tastatur und Bildschirm oder per SSH) und ausführen:

sudo minimalnas reset admin

Danach zeigt die Weboberfläche 30 Minuten lang wieder die Einrichtungsseite. Dort entweder einen vorhandenen Benutzernamen mit einem neuen Passwort eingeben oder einen neuen Administrator anlegen. Alle bestehenden Anmeldungen werden beendet. Der Befehl nennt die Adresse der Weboberfläche und die Uhrzeit, bis zu der die Seite offen ist – danach gilt wieder die normale Anmeldung. Das neue Passwort gilt auch für das Linux-Konto und die SMB-Freigaben dieses Benutzers.

Ich habe den Port oder HTTPS umgestellt und komme nicht mehr auf die Oberfläche.

Änderungen unter Einstellungen → Weboberfläche müssen innerhalb von 90 Sekunden über die neue Adresse bestätigt werden – sonst nimmt MinimalNAS sie von selbst zurück. Wurde die Änderung bestätigt und der Port später vergessen, setzt dieser Befehl die Weboberfläche zurück und startet MinimalNAS neu:

sudo minimalnas reset web && sudo minimalnas restart

Danach ist die Weboberfläche wieder ganz normal unter http:// und der IP-Adresse erreichbar – auf Port 80 und ohne HTTPS. Auch die übrigen Einstellungen dieser Seite (z. B. wie lange eine Anmeldung gilt) stehen wieder auf ihren Standardwerten.

Nach mehreren falschen Passwörtern komme ich nicht mehr hinein.

Dann hat Fail2Ban das Gerät gesperrt. Standardmäßig wird eine Adresse nach 5 Fehlversuchen innerhalb von 10 Minuten für eine Stunde gesperrt – das gilt für Weboberfläche, SSH, SMB und FTP und auch für Geräte im eigenen Heimnetz.

Es gibt drei Wege hinaus:

  • Eine Stunde warten – dann endet die Sperre von selbst.
  • Von einem anderen Gerät unter Dienste → Fail2Ban die Sperre aufheben.
  • Am NAS selbst diesen Befehl ausführen (die IP-Adresse durch die des gesperrten Geräts ersetzen):
sudo fail2ban-client unban 192.168.1.20

Sperrdauer, Anzahl der Versuche und Ausnahmen lassen sich unter Dienste → Fail2Ban ändern.

Wie melde ich mich per SSH am NAS an?

Vom eigenen Rechner im Terminal (Windows, Mac und Linux bringen SSH mit), Standardport ist 22:

ssh benutzer@192.168.1.50

Die direkte Anmeldung als root ist abgeschaltet. Wichtig: Sobald in der Benutzerverwaltung mindestens ein Benutzer die SSH-Berechtigung hat, dürfen sich nur noch diese Benutzer per SSH anmelden – also zuerst dem eigenen Konto die Berechtigung geben. Port, Anmeldung per Passwort und Schlüssel werden unter Dienste → SSH eingestellt. Ohne SSH geht es auch mit dem Terminal in der Weboberfläche (System → Terminal).

Netzwerk

Ich habe das Netzwerk verstellt und erreiche das NAS nicht mehr.

Änderungen unter Einstellungen → Netzwerk müssen nach dem Anwenden bestätigt werden. Ohne Bestätigung nimmt MinimalNAS sie nach zwei Minuten automatisch zurück – oft genügt es also, kurz zu warten und die Seite neu zu laden.

Hilft das nicht, direkt am NAS mit Tastatur und Bildschirm anmelden (über das Netzwerk geht es ja gerade nicht) und ausführen:

sudo minimalnas reset network

Der Befehl stellt alle Netzwerkanschlüsse per Kabel auf automatische Adressvergabe (DHCP) um und schaltet abgeschaltete Anschlüsse und WLAN wieder ein. Feste IP-Adressen gehen dabei verloren. Am Ende zeigt er die neue Adresse der Weboberfläche an. Bestehende SSH-Verbindungen können währenddessen abbrechen. Auf dem Raspberry Pi steht ein zuvor abgeschaltetes WLAN erst nach einem Neustart wieder zur Verfügung.

Updates

Aktualisiert sich MinimalNAS automatisch?

Ja. MinimalNAS ist ein normales Debian-Paket aus einer eigenen Paketquelle und wird über die automatischen Updates von Debian aktualisiert. Standardmäßig werden jede Nacht um 03:00 Uhr die Sicherheitsupdates von Debian und neue MinimalNAS-Versionen installiert; ein automatischer Neustart ist aus.

Unter Wartung → Updates lässt sich das ändern: nur Sicherheitsupdates, alle Updates oder keine, Uhrzeit, Neustart bei Bedarf und ob MinimalNAS sich selbst aktualisiert. Docker-Container haben einen eigenen Zeitplan unter Docker → Wartung (standardmäßig aus).

Wie aktualisiere ich von Hand, und welche Version habe ich?

Wartung → Updates zeigt alle verfügbaren Updates und installiert sie per Klick. Im Terminal geht es wie bei jedem Debian:

sudo apt update && sudo apt upgrade

Die installierte Version zeigt:

minimalnas version

Was sich in welcher Version geändert hat, steht im Changelog.

Wie komme ich auf die nächste Debian-Version?

Unter Wartung → Updates bietet MinimalNAS das Upgrade an, sobald es die neue Debian-Version unterstützt. Vorher prüft es, ob alle Updates installiert sind, genug Platz frei ist (mindestens 3 GB, empfohlen 5 GB), die Paketverwaltung und das RAID in Ordnung sind und ob es ein aktuelles Backup gibt. Daten, Freigaben, Benutzer und Docker-Container bleiben erhalten, eine Neuinstallation ist nicht nötig.

Docker, Backups und Speicher

Wo liegen meine Docker-Container und ihre Daten?

Im Docker-Ordner, standardmäßig /opt/docker. Jeder Stack hat dort einen eigenen Unterordner mit seiner compose.yml und seinen Daten (z. B. ./data). Der Ordner lässt sich unter Docker → Container im Bereich „Docker-Ordner“ ändern, vorhandene Stacks werden dabei verschoben.

Die Programmdaten von Docker selbst (Images, Container, Volumes) liegen standardmäßig unter /var/lib/docker auf dem Systemlaufwerk. Unter Docker → Wartung lassen sie sich auf einen anderen Datenträger verschieben – bei SD-Karten und USB-Sticks empfehlenswert.

Wie sichere ich mein NAS?

Unter Wartung → Backups. Ein Backup-Auftrag sichert wahlweise die NAS-Einstellungen samt Benutzern, das Netzwerk, Protokolle, Daten-Dateisysteme und Docker-Stacks mit ihren Daten. Ziele sind ein Ordner (z. B. auf einer USB-Festplatte), SFTP, FTP oder die Cloud: Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox, Nextcloud/WebDAV und S3-kompatible Speicher. Auf Wunsch verschlüsselt und mit Zeitplan.

Unter Wartung → Wiederherstellen lässt sich ein Backup ganz oder in Teilen einspielen – auch auf einem neu installierten NAS.

Läuft MinimalNAS auf einer SD-Karte, ohne sie zu verschleißen?

Dafür gibt es den Flash-Schonmodus. Er schaltet sich beim ersten Start automatisch ein, wenn das System von einer SD-Karte oder einem USB-Gerät läuft oder ein Raspberry Pi erkannt wird. Er reduziert Schreibzugriffe: komprimierter Arbeitsspeicher (zram) statt Auslagerungsdatei, Protokolle im Arbeitsspeicher (stündlich und beim Herunterfahren gesichert), seltenere Schreibvorgänge und TRIM. Ein- und ausschalten lässt er sich unter Einstellungen → Flash-Speicher.

Kann mich das NAS bei Problemen benachrichtigen?

Ja, per E-Mail oder Telegram. Einrichten unter System → Benachrichtigungen. Gemeldet werden unter anderem RAID- und Festplattenfehler (S.M.A.R.T.), volle Dateisysteme, knapper Arbeitsspeicher, hohe CPU-Last, ausgefallene Dienste, fehlgeschlagene Backups und Aufgaben, gesperrte Adressen, ausstehende Updates und ein nötiger Neustart.

Smarthome

Unter welcher Adresse öffne ich das Smarthome-Dashboard auf dem Tablet?

Sobald Smarthome eingeschaltet ist, liefert MinimalNAS das Dashboard ohne Anmeldung auf einem eigenen Port aus – standardmäßig 8100, also z. B. http://192.168.1.50:8100. Diese Adresse öffnet das erste Dashboard. Standardmäßig ist der Kiosk nur aus dem Heimnetz erreichbar; Zugangsdaten (MQTT, Kalender usw.) gibt er nie heraus.

Port, Links zu den einzelnen Dashboards und ob man am Tablet schalten darf, stehen unter Smarthome → Einstellungen. Ist der Port schon belegt, zeigt die Seite das an.

Deinstallation

Wie entferne ich MinimalNAS wieder?
sudo apt purge minimalnas

Das entfernt das Programm, seine Einstellungen und alle Konfigurationsdateien, die MinimalNAS angelegt hat (z. B. für Samba, FTP, SSH, Fail2Ban und automatische Updates); der Flash-Schonmodus wird zurückgenommen. Übrig bleibt ein ganz normales Debian. Mit sudo apt remove minimalnas statt purge bleiben die Einstellungen für eine spätere Neuinstallation erhalten.

Was passiert dabei mit meinen Daten, RAIDs und Containern?

Sie bleiben erhalten. Die Einträge in /etc/fstab und /etc/mdadm/mdadm.conf bleiben bewusst stehen, damit Festplatten und RAIDs weiter eingebunden werden. JBOD-Verbünde werden aufgelöst, die Festplatten darin bleiben unverändert. Docker, der Docker-Ordner und die Benutzerkonten werden nicht angetastet.

Befehle im Überblick

Die Notfall-Befehle laufen im Terminal des NAS – direkt am Gerät oder per SSH – und brauchen sudo. Wer bei der Debian-Installation ein Root-Passwort vergeben hat, wechselt stattdessen mit su - zu root und lässt sudo weg.

BefehlWirkung
sudo minimalnas reset adminZugang vergessen: Die Weboberfläche zeigt 30 Minuten lang wieder die Einrichtungsseite, dort den Administrator neu festlegen. Alle Anmeldungen enden.
sudo minimalnas reset networkNetzwerk zurücksetzen: alle Anschlüsse per Kabel auf DHCP, abgeschaltete Anschlüsse und WLAN wieder an.
sudo minimalnas reset webWeboberfläche auf Port 80 ohne HTTPS zurücksetzen (danach neu starten).
sudo minimalnas restartMinimalNAS neu starten.
minimalnas versionInstallierte Version anzeigen.
systemctl status minimalnasPrüfen, ob der Dienst läuft.
sudo journalctl -u minimalnas -n 50Die letzten Meldungen des Dienstes anzeigen.